In den letzten Wochen habe ich das Hin und Her um den Brexit aufmerksam verfolgt und auch gerne kommentiert. Aber jetzt, nach dem gnädigen Verschieben des Austrittsdatums durch die EU bei anhaltender Totalblockade im Vereinigten Königreich, fällt mir zum Brexit nichts mehr ein. Aber einem der größten Briten der 20. Jahrhunderts, Douglas Adams, ist viel eingefallen. Auch Dinge, die die verfahrene Situation des einstmals stolzen Empires nachvollziehbarer und erträglicher erscheinen lassen. Heute fiel mir auf, dass in „Das Leben, das Universum und der ganze Rest“, dem dritten Band der Anhalter-Reihe, eine Nebenfigur vorkommt, die den Brexit nahezu perfekt verkörpert: Wowbagger der unendlich Verlängerte.
Douglas Adams erzählt die Geschichte von Wowbagger wie folgt: Er war bzw. ist einer der ganz wenigen Unsterblichen im Universum. Die Unsterblichkeit erlangte er „versehentlich durch einen Unglücksfall mit einem Teilchenbeschleuniger, einem flüssigen Mittagessen und ein paar Gummiringen“. Nachdem er seine erworbene Unsterblichkeit zunächst zu nutzen und zu genießen wusste, „verloren die Dinge nach und nach ihren Reiz für ihn. Als im selbst das vergnügte Lächeln, das er zu anderer Leute Beerdigungen aufzusetzen pflegte, verging, war der Punkt gekommen, an dem er einen Vorsatz fasste. Er nahm sich eine Sache or, die ihn in Schwung halten würde. Er beschloss das Universum zu beschimpfen. Genaugenommen wollte er „jedermann darin beschimpfen. Individuell, persönlich, einen nach dem anderen und (worüber er wirklich freudig mit den Zähnen knirschte) in alphabetischer Reihenfolge.“
Die Deutung, was das jetzt mit dem Brexit zu tun hat, überlasse ich dem geneigten Leser. Ich möchte aber meine Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass die Verantwortungsvollen unter unsere britischen Freunde bei ihrem Vorhaben bleiben, einen No-Deal-Brexit zu verhindern, und nicht rude wie Wowbagger werden.
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